Spielbericht // Saison 1999/2000

 
VfL Bochum
VfL Bochum5:1Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
33. Spieltag - 2. Bundesliga - Saison 1999/2000
Sonntag, 21. Mai 2000, 15:00 Uhr
Ruhrstadion, Bochum
Zuschauer: 20.577
Schiedsrichter: Kammerer (Karlsruhe)
VfL BochumTorfolgeChemnitzer FC
T Ernst
A Stickroth
A Toplak
A Dickhaut
M Bemben
M Schindzielorz
M Freier
S Weber (80. Maric)
S Peschel (80. Ristau)
S Bastürk (80. Sundermann)
S Buckley

Trainer: Zumdick
1:0 Weber (9.)
1:1 Kujat (15.)
2:1 Weber (25.)
3:1 Schindzielorz (29.)
4:1 Peschel (69.)
5:1 Bastürk (77.)

T Ananiev
A Laudeley
A Weber (31. KönigGelbe Karte)
A Franke
A Podunavac
A Mehlhorn
M Tetzner
M Skela (67. Kunze)
M Kujat
S Dittgen
S Ullmann (84. Kluge)

Trainer: Franke
Spielbericht

Beim Bundesligarückkehrer ohne Chance/CFC-Kicker nur nette Gratulanten

Von Pierre Schönfeld

Die Entscheidung über den Klassenverbleib des Chemnitzer FC fällt erst am letzten Spieltag. Beim VfL Bochum kam der CFC mit 1:5 mächtig unter die Räder. Während die Mannschat aus dem Ruhrpott damit den Aufstieg ins Oberhaus perfekt machte, schlichen die Himmelblauen wie begossene Pudel vom Platz, auf dem sie an diesem Tag nicht den Hauch einer Chance hatten.

Der CFC mußte gegenüber dem Spiel gegen die Kickers zwei Umstellungen vornehmen, da Regisseur Krupnikovic, Karsten Oswald und Kapitän Bittermann verletzt ausfielen. So kamen Dittgen, Mehlhorn und Weber zum Einsatz von Beginn an. Letzterer hatte es mit seinem Namensvetter, Achim Weber, zu tun und mit diesem seine Müh und Not. Der Goalgetter des VfL Bochum hatte keine Probleme mit seinem "Bewacher" und spielte groß auf. Zuerst erzielte er die Führung für den VfL mit einem Schuß aus etwa 20 Metern, dann traf er - nach zwischenzeitlichem Ausgleich durch einen sehenswerten Kopfball von Kujat - zur erneuten Führung mit einem Hackentor. In der Zeit vor und nach dem Ausgleich hatte der CFC eine kurze Drangphase, ansonsten dominierte Bochum. In der 29. Minute dann die 3:1-Führung für den VfL . Wieder war Achim Weber daran beteiligt. Seine Vorarbeit verwertete Schiendzielorz. Nach einer halben Stunde erlöste Christoph Franke den völlig überforderten Jörg Weber und brachte Jens König. Mehlhorn kümmerte sich fortan um den VfL-Goalgetter. Die Dominanz der Bochumer hielt jedoch an. Auch in der 2. Halbzeit. Die Himmelblauen hatten aufgesteckt und boten kaum noch Gegenwehr. Der VfL spielte wie im Rausch und kam zu einem halben Dutzend hochkarätiger Chancen. Eine davon nutzte Peschel zum 4:1 in der 69. Minute, acht Minuten später umkurvte Bastürk die CFC-Abwehrspieler wie Slalomstangen und traf zum Endstand. Mit den 5 Gegentoren waren die Himmelblauen letztlich noch gut bedient, es war wieder einmal Ananiev, welcher trotz der 5 Tore der Beste seiner Mannschaft war.

Fazit: Nicht die Niederlage an sich - die war von den Realisten unter den CFC-Anhängern einkalkuliert worden - sondern die Art und Weise wie sie zustande kam und mehr noch die Höhe tut weh. Denn durch die 5 Bochumer Gegentore verschlechtert sich die Tordifferenz des CFC in einem Maße, daß sie in der Tabelle hinter die punktgleiche Mannschaft von TeBe rutschen. Damit würde ein Unentschieden gegen die Berlin - Siege von St. Pauli und den Stuttgarter Kickers vorausgesetzt - nicht zum Klassenerhalt reichen. Zumindest bleibt das Prinzip Hoffnung und daß es der CFC noch selbst in der Hand hat. Das ist aber auch das einzige positive Fazit, was man aus dieser Partie ziehen kann.

Wertung: 2,0 (Ein Fußballfest, leider nur aus Sicht des VfL.)

Beste Himmelblaue: Ananiev, Kujat

Pressestimmen

Freie Presse
An diesen Tag werden die zwei Webers noch lange denken. Jörg Weber vom Chemnitzer FC, weil er bei der 1:5 (1:3)-Niederlage der Himmelblauen einen rabenschwarzen Tag erwischte und bei drei Gegentoren direkt beteiligt war. Der überragende Achim Weber vom VfL Bochum wird den 21. Mai als den Tag im Gedächtnis behalten, an dem sein Team zum dritten Mal den direkten Wiederaufstieg in die deutsche Eliteliga perfekt machte. Und während die Männer aus dem Ruhrpott und ihre Fans am Sonntag ausgelassen feierten, müssen die Sachsen, die sich am Sonntag obendrein ihr passables Torverhältnis 'versauten', weiter bis zum letzten Spieltag in der 2. Fußball-Bundesliga um den Klassenerhalt zittern.

Kicker
Frankes Spieler standen Spalier [..] Die Hoffnung auf den vorzeitigen Klassenerhalt war gegen Bochum schnell erledigt. Denn die CFC-Spieler standen nur staunend Spalier, wie der VfL mit aller Macht auf das Tor von Ananiev anrannte. Und da sich keiner dagegen stemmte, wurde am Ende sogar ein bitteres 1:5 Debakel daraus. Kein Wunder, dass Trainer Franke der Auftritt seiner Mannschaft zu schaffen machte ("Ich bin enttäuscht, dass wir kämpferisch nicht überzeugen konnten"), zumal auf sein Team am Freitag nun ein echtes Endspiel gegen TeBe Berlin wartet.

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