Bericht vom 129. CFC-Stammtisch im Gartenheim Erdenglück

21.09.2004, 09:04 Uhr | 80 Aufrufe
Rene Stark und Markus Ahlf beim CFC_Stammtisch Bereits einen Tag nach der Heimpleite gegen den Tabellenvorletzten aus Wuppertal hatten die CFC-Fans die gute Möglichkeit, mit den himmelblauen Akteuren ins Gericht zu gehen. Stammtisch-Organisatorin Karin Kräher hatte die Spieler Markus Ahlf, Rene Stark und Nico Kanitz eingeladen. Die Runde wurde komplettiert durch den Schiedsrichterbetreuer Hans Hoffmann und den Sportreporter Rio Schmidt. Leider folgten nur ca. 35 Interessierte den Ausführungen der anwesenden Gäste - ein Zeichen dafür, daß der CFC aufgrund seiner sportlichen Katastrophen z.Zt. keinen mehr so richtig hinter dem Ofen hervorlockt.

Markus Ahlf durfte sich von den Fans eher Lob als Kritik anhören. Er wäre einer der Wenigen, die immer mit ganzen Herzen dabei wären und am Ende am Zaun zum Abklatschen kommen würden. Warum nicht alle Spieler mit einer ähnlichen Einstellung agieren würden, konnte Markus auch nicht beantworten, wohl aber die Frage, wer an der gegenwärtigen Misere Schuld hätte: Die Mannschaft! Ahlf stellte klar, daß es nicht an Rohde liegen würde, sondern die Truppe einfach nicht in der Lage sei, die ihr vorgebenen Ziele umzusetzen. Sobald das erste Gegentor fiele, würden die ersten Spieler zusammenklappen, und spätestens nach einem 0:2 fiele dann auch der Rest auseinander. Fehlendes Selbstvertrauen, mangelnde Erfolge, Verletzungspech im Sturm - zur Zeit käme einfach alles zusammen. Seine stets erfolgende Abklatschrunde führte der sympathische Norddeutsche übrigens darauf zurück, daß er bereits als Fan hinter dem Zaun des FC St. Pauli gestanden hätte und sich immer darüber gefreut habe, wenn die Spieler noch einmal vorbeigekommen wären.

Neuzugang Rene Stark lobte die guten Bedingungen, unter denen er hier beim CFC trainieren kann. Davon könne ein FC Sachsen mit all seinen Ambitionen nur träumen. Stark ist wohnhafter Hallenser, den seine Karriere zuerst zum VfL Halle, später zum HFC und letztlich zum FC Sachsen gebracht hat. Mit dem CFC möchte er weiter Regionalligafußball bestreiten und helfen, daß die Himmelblauen den Klassenerhalt sichern können. Seine ersten Kontakte zum CFC kamen übrigens über Steffen Karl zustanden. Ebenso wie die Fans hat aber auch Rene die Befürchtung, daß ihm beim CFC nach der Leipziger Abstiegssaison nun erneut ein sportlicher Niedergang drohen könnte. Auch in Leipzig habe man sich ständig vorgenommen, mit dem nächsten Spiel den Bock umzustoßen - allein, passiert ist nix. Befragt nach den üppigen HFC-Geldquellen meinte Stark übrigens, daß die Hallenser Stadtwerke viel Geld in den Verein pumpen und noch dazu ihre guten städtischen Kontakte nutzen würden, um weitere Geldquellen für die Saalestädter zu erschließen.

Nächster Gast am Tisch war der gut aufgelegte Sportreporter Rio Schmidt von Radio Chemnitz. Er plauderte locker aus dem Nähkästchen seiner eigenen Sturm- und Drangzeit, als er als gebürtiger Kamenzer und Ex-Dynamo-Fan auch mit der TraPo (Anm.: Transport-Polizei der DDR, zuständig für Reisen mit der Deutschen Reichsbahn) schon mehrstündige, aufhaltende ;o) Erlebnisse hatte. Mittlerweile als Sportreporter aus Leidenschaft unterwegs, bemüht sich Rio, dem geneigten Zuhörer das CFC-Gekicke live zu servieren. Auf die verschmitzte Frage, ob seine manchmal etwas zähen Wortwendungen mehr mit ihm oder mit dem CFC-Spiel zu tun hätten, meinte Schmidt lachend, daß wohl Beides zuträfe - er allerdings an seiner Verbesserung arbeiten könne *g*. Im Übrigen laute sein korrekter Name Mario Schmidt - genau wie sein Namensvetter von der Freien Presse, was in seiner Anfangszeit zu herzlichen Verwechslungen geführt hätte. Da sein Spitzname aber schon immer "Rio" gewesen wäre, hätte er ihn mit in das Radio übernommen. Abschließend versprach Rio den Fans, mit der Sportredaktion von Radio Chemnitz zu reden, daß der Wunsch nach noch mehr lokalen Infos zum Sportgeschehen gegenüber nervigen Bundesligainfos gewichtet werden sollte und das vor allem nach dem Nachrichtenblock (läuft zumeist in der Nachspielzeit) noch einmal auf das zu Ende gegangene CFC-Spiel eingegangen werden soll. Ein dickes Lob schickte der Sportjournalist im Übrigen an die Macher der CFC-Fanpage ;o).

Schiedsrichterbetreuer Hans Hoffmann schilderte am Tisch zuerst einmal seine Aufgabe: Er betreut das für das jeweilige CFC-Heimspiel zuständige Schiedsrichtergespann und ist dessen Ansprechpartner rund um dessen Aufenthalt in Chemnitz. Das Gespann reise stets bereits am Freitag an, um Komplikationen bei der Anreise aus dem Wege zu gehen. Auf Wunsch organisiere er dann auch gern einen kleinen Stadtbummel oder anderweitige Aktivitäten, sofern gewünscht. Seine Aufgabe endet mit der Abreise des Schiedsrichtergespannes nach dem Spiel. Zu den von den Fans angesprochenen Spiel gegen den BTSV, welches als "Schwerpunktspiel" vom DFB angesetzt wurde, und trotzdem einen jungen Schieri sah, welcher sein erstes RL-Spiel pfeifen durfte, meinte Hoffmann, daß dies tatsächlich ein Fehler bei den Schieri-Ansetzungen war. Normalerweise würde bei den Ansetzungen auf derartige Konstellationen peinlich genau geachtet. Im Übrigen hätte der junge Schiedsrichter für dieses Spiel eine schlechte Benotung erhalten, und zwar von einem Schieri-Beobachter, dessen Name älteren Fans wie eine Drohung in den Ohren klingt: Adolf Prokop! Ja, es gibt sie noch, die gefürchtete DDR-Oberliga-Pfeife, welche nur allzu gern für den BFC Elfmeter pfiff. Mittlerweile fungiert Prokop als DFB-Schieri-Beobachter und bewertet die agierenden Schiedsrichter. Ebenfalls ein altes Thema - und ebenso von Hoffmann verneint - blieb die Frage nach eventuellen "westlichen" Pfeifverhalten einiger Herren in Schwarz.

Letzter Gast am Tisch war Nico Kanitz, welcher ebenso wie Stark vom FC Sachsen zum CFC gestoßen ist. Besonders redseelig gab sich der junge Mann nicht, was vielleicht auch mit seiner persönlichen Situation zusammenhängt. Offiziell als arbeitsloser Fußballprofi auf dem Leipziger Arbeitsamt registriert, wäre er im Prinzip ein Spieler ohne Vertrag, der sich nur aufgrund guter Leistungen beim CFC oder einem anderen Verein interessant machen könne. Das Arbeitsamt wiederum zwinge ihn aber, sich in seinem gelernten Job als KFZ-Mechaniker zu bewerben, so daß völlig offen sei, daß bei Findung einer freien Stelle er nicht von heute auf morgen sich mit der Zange unter Autos legen müßte. Überhaupt schien in der sportlichen Laufbahn in letzter Zeit nicht viel geklappt zu haben, denn nach 15 Jahren bei der "Lok'sche" ging diese mit Bauernschmidt den Bach hinunter - ausstehende Gehälter wurden mit juristischen Spitzfindigkeiten nie ausgezahlt. Bei seinem Wechsel zum FC Sachsen mußte der junge Mann lernen, mit handfesten Drohungen zu leben - und nun, beim CFC, scheint ihm das sportliche Glück auch nicht hold zu sein. Kanitz befürchtet sehr, daß den Himmelblauen eine ähnliche Absturzsaison bevorsteht, wie im letzten Jahr den Leutzschern. Bleibt zu hoffen, daß bei einem eventuellen Wiedersehen mit Nico Kanitz die Welt besser aussieht und man endlich auch von positiven Dingen sprechen kann.

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