Rechte Parolen in Most - Chemnitzer FC distanziert sich [Update]

27.06.2021, 12:34 Uhr | 401 Aufrufe
Am Rande des Testspiels der Himmelblauen beim FK Banik Most im tschechischen Most ist es zu unschönen Vorkommnissen gekommen. So existiert im Netz ein Video, welches aus Most stammen soll und eine Gruppe Anhänger zeigt, die mit rechtsradikalen Parolen durch den Ort marschiert.
Der CFC veröffentlichte darauf heute eine Pressemitteilung, in der man sich in aller Entschiedenheit davon distanziert.

Die offizielle Pressemitteilung im Wortlaut:

Völlig fassungslos und mit größtmöglichem Entsetzen hat der Chemnitzer FC am Abend des 26. Juni 2021 von Videos und Fotoaufnahmen Kenntnis erhalten, in dem eine Gruppe von Personen mit rechtsradikalen Parolen augenscheinlich durch die Straßen von Most zieht. Die 1. Mannschaft des Chemnitzer FC hatte an diesem Tag im Rahmen der Saisonvorbereitung ein Testspiel beim FK Banik Most-Sous absolviert.

Erneut zieht damit eine unbelehrbare Minderheit den Ruf des gesamten Chemnitzer Fußballclubs in den Dreck und konterkariert alle bisherigen Anstrengungen das Bild unseres Vereins zu verbessern. Die vorliegende Aufnahme zeigt die hässliche Fratze des rechten Randes der Gesellschaft, aber ganz gewiss nicht den Chemnitzer FC und das, wofür er stehen möchte.

Der Chemnitzer Fußballclub besteht aus über 2.300 Mitgliedern, ehrenamtlichen Gremienvertretern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Geschäftsstelle sowie im Nachwuchsleistungszentrum, vielen kleinen und großen Fußballern und Fußballerinnen und zahlreichen Fußballfans. Sie alle sind der CFC und wollen nicht durch eine Gruppe von Idioten in eine Ecke gedrängt werden.

Die Verantwortlichen des Chemnitzer FC sowie seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Spielerinnen und Spieler distanzieren sich in aller Deutlichkeit von diesen Personen und den geäußerten, verabscheuungswürdigen Parolen. Der Fußball lebt von einem Miteinander – aber euch wollen und brauchen wir nicht!

Der CFC prüft derzeit in enger Zusammenarbeit mit der Polizei Chemnitz die vorliegenden Video- und Fotoaufnahmen, wird zeitnah Anzeige erstatten und weitere rechtliche Schritte mit aller Konsequenz und Härte anwenden.


Neben Oberbürgermeister Sven Schulze hat sich nun auch der Vorstand des Fanszene Chemnitz e.V. zu den Vorfällen in Most zu Wort gemeldet:

Hallo Clubfans,
der Vorstand des Fanszene Chemnitz e.V. schließt sich der Stellungnahme des Chemnitzer FC zu den Ereignissen bei dem Auswärtsspiel in Most am 26.06.2021 vollumfänglich an.

Wir stehen dafür, dass es gerade in einem Sportverein nicht darauf ankommen darf, welche Herkunft, Hautfarbe, sexuelle Orientierung oder politische Überzeugungen ein Mensch hat. Gelebte Toleranz ist ein Fundament unserer Gesellschaft und auch unseres Vereins. Wir verurteilen daher auf das Schärfste den erneuten Versuch, den Chemnitzer FC politisch zu missbrauchen. Dieses Ereignis ist ein schlagender Beweis dafür, dass „keine Politik im Stadion“ so eben nicht funktioniert. Es ist eine Aufgabe aller, sich immer wieder gegen Nazis und Homophobie zu positionieren. Zugleich bedanken wir uns bei den Fans vor Ort, die mit einer Spendenaktion zu Gunsten der Opfer der Tornado-Katastrophe in Tschechien ein positives Zeichen der Mitmenschlichkeit gesetzt haben. Nicht zuletzt fordern wir den Chemnitzer FC e.V. sowie die Chemnitzer FC Fußball GmbH auf, die sachlich kritische Stimme engagierter Mitglieder und Fans - so auch des Fanszene Chemnitz e.V. - nicht als störenderes Element zu verstehen, sondern als Partner für eine demokratische Entwicklung des Chemnitzer FC, die nur gemeinsam gelingen kann.

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