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mm

verfaßt am: 03.07.2002 10:40:51
noch mal zum VfB

Da gestern ja mal kurz über eine mögliche Fusion VfB-CFC diskutiert wurde, passt das folgende ganz gut ins Bild.

Mein Fazit: alleine kann der VfB nicht weitermachen, wie auch, sollte nicht wenigstens die Spielklasse in der Stadt gehalten werden??

Quelle: FP online

Fußball: VfB-Spieler stocksauer: „Was hier passiert, hat Kreisliganiveau“
Oberligakicker trainieren sich derzeit selbst - Geschäftsführer Feist: Ich werde auf jeden Fall bleiben
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Gut vier Wochen vor dem Saisonstart regiert bei Amateuroberligist VfB Chemnitz wieder einmal das Chaos. Der Verein steht ohne Trainer da, nachdem der Vorstand nicht mehr mit Rico Schmitt als sportlichem Chef weiterarbeiten will. Drei Spieler - Patrick Papp, Ronny Kretschmer und Alexander Besser - haben den VfB verlassen, einige weitere sind langzeitverletzt. So trainierte sich ein Häuflein von acht Mann zum Trainingsauftakt am Montagabend selbst.
Angesichts dieser Personalpolitik schwillt auch Torhüter Daniel Fröhlich der Kamm. „Wir haben den Klassenerhalt geschafft. Jetzt am Trainerstuhl zu sägen, ohne mit der Mannschaft gesprochen zu haben, ist eine absolute Katastrophe. Wahrscheinlich hat niemand Interesse, den VfB in der Oberliga zu halten. Mit acht Hanseln können wir keine Saison vorbereiten. Mindestens zehn neue Spieler müssen her“, war Fröhlich am Dienstag außer sich. Der ehemalige Schlussmann des CFC verwies mit Nachdruck darauf, dass unter Schmitt das Maximale aus dem Kader herausgeholt worden sei. „Ich will hundertprozentig mit ihm als Trainer weiterarbeiten“, betonte Fröhlich. Kein Verständnis habe er dafür, dass Geschäftsführer Herbert Feist die Vertragsverhandlungen mit den Spielern führt. „Herr Feist hat gar keine Entscheidungsgewalt. Er ist nur ein Übermittler - und selbst dabei macht er noch Fehler“, sagt der Torhüter.

Stocksauer ist auch Lutz Schöler. „Was hier passiert, hat Kreisliganiveau“, nimmt der Libero kein Blatt vor den Mund. Es sei traurig, dass der Verein die Trainerfrage stellt. „Die Saison hat Riesenspaß gemacht. Am Zusammenhalt unserer Truppe hatte vor allem Rico Schmitt großen Anteil. Was jetzt die Gerüchte sollen, dass Konrad Weise oder Joachim Müller hier Trainer werden, weiß ich nicht“, so Schöler. Es sei eine tolle Leistung gewesen, mit vier Landesligaspielern im Team den Klassenerhalt zu schaffen. „Einige in der Mannschaft bleiben nur dann, wenn auch Rico Schmitt bleibt“, stellte der Routinier fest. Schöler stößt sich ebenfalls an der Person des Geschäftsführers: „Feist hat im Verein nichts mehr zu sagen. Da frage ich mich, warum er die Verhandlungen mit den Spielern führt.“

Trainer Rico Schmitt hat am Mittwoch noch mal einen Termin bei VfB-Präsident Frank Motzkus. „Ich denke, dass ich gute Arbeit geleistet und das Optimale aus dem vorhandenen Potenzial herausgeholt habe“, ist Schmitt überzeugt. Er habe außerdem immer Loyalität gegenüber dem Vorstand bewiesen. „Und die zweite Mannschaft des VfB wäre auseinander gebrochen, wenn ich nicht selbst mitgespielt hätte“, meint der Coach.

Geschäftsführer Feist versuchte die Gemüter am Dienstag zu beruhigen. „Wir brauchen sechs neue Leute. Und die sind auch in Sicht. Wir haben bloß noch niemanden verpflichtet, weil wir erst seit letzten Freitag Planungssicherheit haben“, bemerkte Feist, der nach eigenen Angaben nicht zur Disposition steht: „Ich werde auf jeden Fall im Verein bleiben.“ Warum an Trainer Schmitt gezweifelt wird, könne er sich nicht erklären. „Das ist Sache des Vorstandes. Ich habe da keine Aktie dran“, behauptet Feist.





Kommentar: Hickhack - VfB legt unglaubwürdige Personalpolitik an den Tag
Dass der VfB Chemnitz nach wie vor in der Oberliga vertreten ist, liegt hauptsächlich an der Charakterfestigkeit seiner Mannschaft. Wäre das Niveau der Vorstands- bzw. Managertätigkeit für die Spielklasse entscheidend, würde der Verein wohl Kreisliga spielen, wie Libero Lutz Schöler treffend feststellt.
Das Abschneiden der mit Landesligakickern durchsetzten Mannschaft nötigte in der letzten Saison Respekt ab. Entsprechend groß ist die Verwunderung, dass die Vereinsführung einen Monat vor Beginn der neuen Serie Trainer Rico Schmitt ihr Misstrauen ausspricht. Andererseits scheint Geschäftsführer Herbert Feist - im Frühjahr von Präsident Frank Motzkus noch öffentlich stark kritisiert - fest im Sattel zu sitzen. Mit Glaubwürdigkeit hat dieses personelle Hickhack längst nichts mehr zu tun. Bitter, dass der Chemnitzer Oberligafußball dermaßen leichtfertig aufs Spiel gesetzt wird.


Von Mario Schmidt
2.7.2002
ThemaAutorDatum/Zeit

  noch mal zum VfB

mm03.07.2002 10:40:51


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